Wahlhilfen: Spinnen die Spinnen?

Vor einigen Wochen habe ich bei Smartvote mein Profil für die Grossratswahlen am 23.Oktober ausgefüllt und fand dieses Ergebnis vor:

smartspider_grw16

Im Grunde genommen ein lupenreiner grünliberaler Spider, viel Umweltschutz, liberale Überzeugung in Wirtschaft und Gesellschaft, sowie ein Fokus, mit den vorhandenen finanziellen Mitteln sorgsam umzugehen.

Trotzdem scheint sich einiges geändert zu haben (und ich komme mir irgendwie radikalisiert vor), zumindest wenn ich mit dem Spider vom gleichen Programm ein Jahr vorher bei den Nationalratswahlen vergleiche:

smartspider_nrw15

Was ist passiert? Zum einen sind die Fragen nicht mehr ganz die gleichen, da mehr kantonale Themen berücksichtigt wurden. Offenbar wurde ich im Gegensatz zum letzten Jahr auch nicht nach meiner Meinung zum EU-Beitritt gefragt, sonst wäre der Zähler im Punkt “offene Aussenpolitik” nicht so weit aussen zu stehen gekommen. In einigen Punkten habe ich natürlich auch meine Ansichten im letzten Jahr weiterentwickelt, man lernt schliesslich immer dazu. Im grossen Ganzen denke ich aber nicht, dass ich meine Meinungen radikal geändert habe, weshalb mich die Unterschiede schon erstaunt haben.

Freundlicherweise ist die Methodologie auf der Smartvote-Seite transparent ausgewiesen, und man kann nachschauen, welche Antworten sich wie auf den Spider auswirken. Ein wenig weniger wirtschaftsliberal werde ich z.B. eingestuft, weil ich meine Meinung zur Initiative für den Atomausstieg leicht revidiert habe. Vor einem Jahr war die Energiestrategie 2050 noch als indirekter Gegenvorschlag für die Atomausstiegsinitiative konzipiert, und ich hätte eher dieses umfassende Energiewende-Projekt unterstützt als die Initiative. Fast forward ein Jahr, und die neue rechte Mehrheit im Parlament hat die Verbindlichkeit in Sachen Atomausstieg (Laufzeitbeschränkung) komplett aus der Energiestrategie gestrichen. Zudem ist das Projekt Energiestrategie 2050 nun entkoppelt von der Initiative, und wird auch in Kraft treten, wenn die Initiative angenommen würde (es sei denn, die SVP kommt mit ihrem stupiden Referendum durch). Im Gegenzug zu den Minuspunkten in Sachen Wirtschaftsfreundlichkeit – das ist in sich schon ein Diskussionspunkt meiner Meinung nach – erhalte ich dafür ein paar mehr Punkte im Bereich Umweltschutz. Ich bin aber ziemlich überzeugt , dass ich mich vor einem Jahr schon genau gleich für den Umwelt- und vor allem Klimaschutz eingesetzt habe wie heute.

Fazit: In der Tendenz sind die Dinger als Wahlhilfe sicher eine gute Orientierung, aber es kommt stark auf die Fragestellungen an. Übrigens, was sich nicht geändert hat, ist dass ich nach wie vor eine der liberalsten Kandidatinnen im Bezirk Baden überhaupt bin 🙂

smartmap_grw16

UND: Smartvote ist nicht das einzige Tool, das man nutzen kann. Im Sinne der Transparenz hier auch noch meine Ergebnisse bei Vimentis:

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